Die Spirituelle Kraft der Tempel

Wenige Stunden nachdem wir das Jahr des Feueraffen lautkräftig begrüßt hatten und die meisten noch in ihren Betten lagen, machten wir uns auf, um den Super Bowl zu gucken. Die Chinesen haben jedoch für die erste Neujahrswoche eine andere Tradition. Millionen von Menschen pilgern am ersten Tag des neuen Jahrs zum Lamatempel um dort kniend und betend, mit rauchenden Zündelhölzern, ein gutes neues Jahr zu erbitten. Die ganze Woche über werden unzählige Tempel hier in der Stadt bereist um immer wieder ein segenreiches, profitreiches und gesundes Jahr zu erbeten. Dass dies einen religiösen Hintergrund hat, ist offensichtlich. Trotzdem hat es etwas sehr Spirituelles, was einen in den Bann ziehen kann. Die Leute hier würdigen nicht nur ihren Verstorbenen oder huldigen längst vergessenen Kaisern und Herrschern, sondern treffen sich auch um Karten zu spielen, sich die ein oder andere Show anzusehen oder einfach nur um zu shoppen oder die leckeren Köstlichkeiten zu probieren, die überall angeboten werden. Es ist ein buntes Treiben von unglaublich vielen Leuten, die es einfach nur genießen, in der Menge zu treiben und ihren Interessen nachzugehen. Auch wir haben dies als Chance gesehen, einige Tempel abzuklappern und ein wenig chinesisches Flair verbunden mit jahrhundertlanger Tradition aufzuschnappen. Am Dienstag begaben wir uns in die Ruinen des alten Sommerpalasts, die nur eine halbe Stunde zu Fuß von unserem jetztigen Zuhause entfernt liegen. Was uns bis jetzt in jeder Tempelanlage fasziniert hat, ist, dass man sich tatsächlich ein wenig ruhiger und ein wenig friedlicher fühlt! Irgendwie ist die Luft ein kleines bisschen besser, die Bäume ein kleines bisschen grüner und die Leute gelassener. Das mag nicht nur an den tollen Gebäuden und der schönen Aussicht, sondern auch an der typisch chinesischen Musik liegen, die alle 10 Meter aus Lautsprechern dudelt! :D Am Mittwoch begaben wir uns zum Himmelstempel (Tiantan) im Süden von Beijing. Auch dieser Tempel ist zu dieser Jahreszeit sehr gut und ein wenig internationaler besucht. Der historische und sehr gut erhaltene Himmelstempel ist für die Chinesen von großer Bedeutung. Er wurde erbaut, damit Herrscher hier dem Himmel huldigen konnten. Dieses Ritual wurde früher einmal im Jahr, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, abgehalten und durfte unter keinen Umständen gestört werden. Falls es doch dazu kam, wurde dies als schlechtes Omen für das Jahr bewertet. 

Normalerweise werden während dieser Tage in allen Tempeln Festivitäten abgehalten und Shows gezeigt um das alte China wieder aufleben zu lassen. Ein wenig von dieser Tradition haben wir miterlebt. Allerdings wurde die Luft zum Ende der Woche hin etwas schlechter, sodass wir dann doch lieber in unseren eigenen vier - warmen - Wänden geblieben sind, in denen die Luft durch einen Luft Purifier sauber gehalten wird! :D Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen am Samstag unser Versteck zu verlassen um den Chaoyang International Karnival zu besuchen. Dieser sogenannte Karnival ist nicht wirklich ein Karnival, sondern in unseren Augen eher eine Kirmes gewesen, die jedoch von den Chinesen wie ein riesengrosser Rummel gefeiert wurde. Es ist schon amüsant, wie leicht so viele Menschen zu begeistern sind, vor allem mit was für "Schrott"!! :D Da sieht man erwachsene Menschen mit komischen Kopfbedeckungen, komischer Kleidung, riesigen Kuscheltieren und anderen Kuriositäten stolz den Schauplatz verlassen und muss einfach nur Schmunzeln. Wer nicht mit mindestens 5 Kuscheltieren im Arm (egal ob alt oder jung) den Rummel verlassen hat, scheint etwas verpasst zu haben. Da wir mit leeren Händen den Rummel verlassen haben, haben wir uns wie Außenseiter gefühlt. ;)  "Das ist schon ein lustiges Volk", habe ich zu Anfang mal gesagt... Ich ergänze: Das ist schon ein niedliches, lustiges und manchmal etwas komisches Volk!!! Ich bleibe dabei! :D

Für uns beginnt jetzt so langsam der Alltag wieder an unseren Schulen. "So langsam", weil die Eltern der meisten Schüler ihre Kinder den ganzen Februar über aus den Schulen und Privatschulen nehmen, damit diese die Traditionen miterleben können.

Bis dahin steht noch das berühmte Laternenfest nächsten Montag und unser eventueller Umzug an. Wir haben uns dazu entschieden eine größere Wohnung zu beziehen und haben uns auf Anhieb in eine passende Wohnung mit Blick über Peking verliebt. So wie es aussieht, werden wir ab März die Wohnung eines südafrikanischen Paares übernehmen. Sie wollen China verlassen, weil die Geburt ihrer Tochter ansteht. Manchmal muss man einfach Glück haben! Die Wohnung ist wirklich schön und bietet all das, was wir zurzeit noch vermissen (HEIßES WASSER ZUM ABWASCHEN ZUM BEISPIEL - NIE WIEDER WASSER IM WASSERKOCHER AUFKOCHEN, UM ABZUWASCHEN LOL :D) Das lästige Abwaschen bleibt jedoch weiterhin! :)  

 

P.S. Auch wenn ich mich wahrscheinlich wie eine kaputte Kassette anhöre...

Wir schreiben diesen Blog vor allem für uns selbst, es ist jedoch echt schön von so vielen zu hören, dass sie unsere Berichte verfolgen und sich daran erfreuen. Danke dafür!!

 

P.P.S. Neben der Bereisung von Tempeln steht zu dieser Zeit die Familie ganz doll im Vordergrund. Während des "Spring Festivals" begeben sich viele Chinesen zu den Seinen und zelebrieren das Fest im Kreise ihrer Liebsten. Dabei reist man immer zum Wohnsitz der Ältesten um sich dort einzufinden. Eine schöne Tradition, wie wir finden. Auch wir haben in diesen Tag viel an unsere beiden Familien gedacht! <3

 

P.P.P.S Wir haben doch tatsächlich eine chinesische Familie gefunden, die unbedingt ein Foto von uns mit ihren Kindern haben wollte...Und das hier in Peking :) Na gut... eigentlich wollten sie nur ein Foto von ihren Kindern und Tanja... Ich hab mich, dreist wie ich bin, einfach mit raufgeschmuggelt :D

 

P.P.P.P.S (von Tanja): Im Himmelspark gab es einen Stein, auf den sich (aus einem uns unbekannten Grund) alle Chinesen, egal ob alt oder jung und ohne Rücksicht auf Verluste, versucht haben draufzudrängen. Wie sollte es also anders sein, dass sich Flo ohne zu Zögern mit in die Menge stürtzt und - einen Kopf größer als fast alle anderen - sich mit auf diesen Stein drängt (Beweisvideo folgt)! :D

Feuerwerk Teil II

Nein, wir wurden nicht enttäuscht! :D Das Neujahrsfest hat es wirklich in sich. Aber es ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Da die Feuerwerksproduktion, aufgrund der enormen Luftverschmutzung (dazu später mehr) reduziert wurde, war es tatsächlich nicht so laut, wie noch vor ein paar Jahren, wurde uns gesagt. Aber zurück zum Anfang. Am Sonntag, dem 07.02. machten wir uns, nach einem wundervollen Tipp einer Kanadierin (danke Justine) gegen 18 Uhr auf den Weg in die Hutong-Area, die nur wenige hundert Meter nördlich der Verbotenen Stadt, Tian'anmen, liegt. Die Hutongs sind relativ kleine Häuser, die zur historischen Innenstadt Pekings gehören. Dort angekommen, haben wir uns ausgiebig im 4Corners verköstigen lassen! Empfehlenswert! Im 4Corners wimmelt es nur so von Kandiern und Amerikanern, da der Betreiber selbst Kanadier ist. Kurz vor 0 Uhr fand sich das ganze Restaurant draussen ein um die wenigen Minuten zum Beihai-See zu gehen. Was uns dort erwartete, nahm uns den Atem. Unmengen von Menschen hatten sich dort eingefunden um das neue Jahr zu begrüßen, ihre Böller in die Menge zu werfen und ihre Batterien vor allen Bewunderern anzuzünden. Wer unseren letzten Bericht gelesen hat, wird sich nun fragen: "Hää, habt ihr nicht gesagt, es sei von der Stadt verboten worden, innerhalb des 5. Rings Feuerwerk zu zünden?" Dachten wir auch...Die Chinesen halten tatsächlich sehr viel von ihren Gesetzeserlassungen. Nur an der Umsetzung haperts immens, es sei denn ein dummer Ausländer kommt auf die irrwitzige Idee mit Feuerwerk in die U-Bahn zu verschwinden! LOL!  In besagter Nacht zündeten nun alle munter ihr Feuerwerk an und brannten Ketten von Böllern ab. Die Polizei stand keine 5 Meter entfernt und passte auf...oder guckte wohlwollend weg! :D Es war ein Spektakel! Wenn auch viel ruhiger als die letzten Jahre, meinten Einheimische zu uns. Die Luftwerte änderten sich minütlich. Sie stiegen innerhalb von drei Stunden auf über 500 (beyond index) an. Auch hier haben wir uns wieder gefragt..."ähm hatten die nicht gesagt, wenn der lilane Bereich erreicht wird, ist das Knallen verboten?" Siehe oben!!! Die chinesische Polizei ist halt kein Spielverderber, soviel kann man sagen! :D Das intensive Abfackeln von Kanonenschlägen dauerte circa zwei Stunden. Seitdem hört man immer wieder vereinzeltes Wummern, vor allem Nachts. Zuhause angekommen, holten wir dann zwei Uhr nachts unsere eigenen Böller und Batterien raus und begrüßten das Affenjahr noch einmal zu zweit. Wir schossen den Vogel noch einmal gewaltig ab, da wir nicht bemerkten, dass unsere Batterie in unsere Richtung gekippt war und nun auf uns feuerte! :D

 

Nach 4 Stunden Schlaf machte ich mich dann am Montag nach Chaoyang, ein Ortsteil im Osten von Peking, auf. Dort wollten wir in aller Frühe den Super Bowl 50 schauen. Während Tanja noch im warmen Bett lag, bin ich in aller Herrgottsfrühe losgezogen um mich in Paddy O´Sheas Pub einzufinden. Man kommt sich schon echt doof vor, so früh in ein Pub zu gehen und dann auch noch ein Cider zu bestellen. Tanja kam nach zwei Stunden nach! :) Bei einem typischen irischen/englischen Frühstück "genossen" wir also den Super Bowl. Die, die ihn gesehen haben, wissen warum ich "genossen" in Anführungszeichen geschrieben hab! :D An unseren Tisch gesellten sich schnell zwei etwas ältere Engländer, die tatsächlich nur einen morgendlichen Umtrunk im Kopf hatten und die Athmosphäre genießen wollten. :) Am Ende waren zwei Deutsche also in einer irischen Bar im chinesischen Peking und erklärten zwei Engländern die Regeln vom amerikanischen Football. Internationaler geht es nicht!! :D 

 

P.S. Daran könnte sich Deutschland mal ein Beispiel nehmen: Noch in der Nacht waren Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Hilfskräfte im Einsatz um den entstandenen Müll sofort wegzukehren, bzw. einzusammeln. Am nächsten Morgen waren die Straßen blitzblank geputzt! :)

 

P.P.S. Unter "Videos" könnt ihr dem Höllenlärm einmal selber beiwohnen und unsere eigene Knallerei verfolgen! :)

Feuerwerk Teil I

Nicht mal mehr 36 Stunden eh sich Peking in ein Kriegsgebiet umwandelt! Obwohl die Straßen leer sind und gefühlt 80 Prozent die Stadt verlassen haben, um zu ihren Familien zu fahren, wird hier demnächst die Hölle losgehen. So hat man es uns versprochen. Traditionell werden in China viele Raketen und Knaller abgebrannt um das alte Jahr mit seinen bösen Geistern zu verabschieden. Dies wird jedoch nicht an einem Tag passieren, sondern über den Zeitraum von fast 14 Tagen. :D Besorgniserregend ist dabei natürlich immer die immense Luftverschmutzung. Deswegen hat China den Verkauf von Feuerwerkskörpern auf elf Tage begrenzt. Die Zahlen sprechen für sich. Immer weniger kaufen luftverschmutzende Feuerwerksartikel oder kaufen stattdessen umweltfreundliche! Ausserdem ist es so, dass es verboten ist, in der Innenstadt zu knallen. Ein absolutes Verbot wird verhängt, wenn die Luftwerte den roten bzw. lilanen Bereich erreichen. Hoffen wir das Beste! Auch wir wollten die alten Geister mit einem lauten Knall ein zweites Mal zur Hölle fahren lassen. :) Deswegen habe ich mich aufgemacht, um Batterien und zehn Meter lange Knallfroschreihen mit 1000 Knallern zu kaufen. Man kann nicht weniger kaufen, nur mehr!!! :) Gesagt, getan - ich hatte meine Ware und strahlte wie ein kleines Kind! Danach mit dem Zeug in die U-Bahn-Station zu gehen, um mit dem Zug nach Hause zu fahren, war allerdings ein RIESEN FEHLER!! Nachdem der ganze Sicherheitspparat eingeschaltet wurde, durfte ich zwar nach einer Stunde gehen, war aber meine Ware los. Ein freches "have fun with it" konnte ich mir allerdings nicht verkneifen! :) Zwar hing in der U-Bahn ein Plakat, auf dem das Anzünden von Feuerwerk durchgestrichen war - wer kommt denn auf die dumme Idee - aber nicht das Transportieren. Vielleicht stand es aber in kleingedruckten Buchstaben irgendwo.... oder in großgedruckten...ich kann ja eh nix lesen :)

Die Chinesen haben riesige Angst, dass irgendetwas in ihren U-Bahnen passiert und scannen jede Tasche, bevor man überhaupt in die U-Bahn reinkommt. Da ist nur verständlich, dass mir mein Kinderspielzeug weggenommen wurde.

In der Rush-hour wird das Prozedere allerdings nervenaufreibend. Ich bin jedoch mit heiler Haut davongekommen. Für so eine Aktion landet man schnell einmal 5-15 Tage hinter schwedischen Gardinen...laut Tanjas Recherche. 

Egal! Jetzt erst recht haben wir uns gesagt und nehmen morgen ein Taxi! :D Das ist nämlich nicht verboten! :)

Ungewohnte Neujahrstraditionen

Wir hatten uns eigentlich auf eine ruhige Woche eingestellt. Zu Beginn der Arbeitswoche sah auch alles danach aus. Kaum ein Schüler war noch in der Privatschule anzutreffen. Wie bereits erwähnt, beginnt hier nun das Frühlingsfest und das Jahr des Affen wird eingeläutet. Letzte Wandertage fanden statt, bei denen ich einen Einblick in das Naturkundemuseum von Peking bekam. Die Kinder waren begeistert, ich leicht amüsiert – wieder war alles in chinesisch und ich mittendrin! :D In meinem Trainingscenter wurde Sonntag dann mit den Kollegen Neujahr gefeiert. Nicht wie bei uns mit Raketen und Sekt, sondern mit Darbietungen von verschiedenster Art. Die Chinesen hatten sich alle rausgeputzt, bzw während der Arbeit sich zusammen fertig gemacht und die Nägel lackiert. Wir, das sind die vier ausländischen Lehrer Leo (Litauen), James (USA), David (Kanada) und ich, wurden gefühlt drei Tage vorher in Kenntnis gesetzt und dann natürlich auch gleich ins Programm mit eingebunden. Typisch für Silvester führten wir „Dinner for One“ vor 80 Chinesen auf. Leo, der mehrere Jahre in Europa unterwegs war, hatte diese tolle Idee. Er übernahm dabei die Rolle der Miss Sophie, David war das Löwenfell, James übernahm die Moderation und ich war der Butler. Natürlich haben wir uns vorher mit billigem Sake Mut angetrunken.

Der Plan ging jedoch nicht auf. Wir mussten drei Stunden auf unseren Auftritt warten, sodass ich den betrunkenen Butler doch relativ nüchtern spielen musste. :D Die Chinesen waren total beeindruckt, wortwörtlich hin und weg! Für sie ist es was Besonderes, wenn sich Ausländer an ihren Traditionen beteiligen und würdigen so etwas sehr. Das gleiche musste auch Tanja feststellen. In ihrem Trainingscenter wurde Sonntag keine Party gemacht, dafür sind alle chinesischen Lehrer, inklusive Tanja, Montag Skifahren gewesen. In Tanjas Privatschule gibt es auch noch zwei weitere ausländische Lehrkräfte, nämlich Tanya und Masha aus Russland, die aber nicht mit beim Skifahren dabei waren.

 

Ich überlasse Tanja jetzt ausnahmsweise mal die Tastatur. :D

 

Nachdem wir uns um 7 Uhr früh an meiner Schule getroffen haben, ging es mit einer halben Stunde Verspätung endlich Richtung Berge. Alle Gespräche inklusive Unterhaltungsprogramm fanden „natürlich“ auf Chinesisch statt. Meine Supervisorin war jedoch so lieb, sich im Bus neben mich zu setzen und mir ab und zu zu erklären, worum es gerade geht. Hier in China ist es Tradition als Neujahrsglückwünsche sich untereinander Geld zu schenken. Dafür wird die Chat-App WeChat genutzt, die hier alle mit ihrem Bankkonto verbunden haben und so auch ihre Strom- und Wasserrechnungen zahlen. Um jemandem nun eine Freude zu machen, gibt es sogenannte „Red Packets“, die man verschenken kann. Man bestimmt, welche Summe man verschenken will und wie viele Leute aus einer Gruppe von dem Geld was erhalten sollen. Dann wird per Zufall ausgelost, wer wie viel aus diesem Red Packet erhält. Im Bus waren plötzlich alle so aufgedreht wegen dieser Red Packets, dass an schalfen nicht mehr zu denken war. Jeder hat mindestens einmal ein Red Packet an unsere Gruppe geschickt und dies wurde von allen anderen lautstark kommentiert. Nachdem mir erklärt wurde, wie ich sehen kann, ob ich selbst was gewonnen habe, habe ich innerhalb einer halben Stunde 30 Yuan (= ca. 4 Euro) gewonnen. Als die Aufregung um die Red Packets sich gelegt hatte, musste ein Lehrer, der sehr gutes Englisch spricht, nach vorne gehen und eine englische Geschichte zur Belustigung aller verlesen. So wie man es kaum anders kennt, wurde natürlich alles per Video festgehalten. Nun wurde der Stab des Entertainers weitergeleitet – natürlich an mich… Ich sollte vor der ganzen Gruppe ein deutsches Lied singen :O Was besseres als „Alle meine Entchen“ ist mir spontan nicht eingefallen, aber es hat ausgereicht um für gute Stimmung zu sorgen! :D Nach 2 Stunden Busfahrt sind wir in der Location angekommen und es fing mit Team Building Maßnahmen an – natürlich mal wieder alles auf Chinesisch. Angefangen mit einem Tanz für alle bis hin zu Spielen und viel Bespaßung. Ich habe mich wie auf einer großen Kinder-Geburtstagsparty gefühlt. Nach 2 Stunden Spiel und Spaß, gab es typisches chinesisches Essen. In der Mitte des Tisches befand sich eine Schüssel, die beheizt war, und in der Schüssel befand sich eine Brühe mit einem ganzen Fisch, der in riesige Stücke geschnitten war. Auf den Tisch wurden ganz viele kleine Teller mit Köstlichkeiten gestellt – frittierte Garnelen, Tofu-Salat, Kohlsalat, geräucherter Fisch, Rührei, Pilze mit einem … Hühnerfuß uva. Ich habe mich durch alles druchprobiert – außer den Hühnerfuß, den keiner angerührt hat ^^ Nach dem Essen habe ich entdeckt, dass auch ich diese Red Packets verschicken kann, da ich anscheinend genügend von den anderen bereits gewonnen hatte. So habe ich mich auch einmal daran probiert  und Geld an meine Arbeitskollegen verschenkt.

 

Mit der Reaktion habe ich jedoch partou nicht gerechnet: Alle haben sich laut darüber gefreut und durch den Raum gerufen, dass ich auch Geld verschenkt habe. Diejenigen, die von mir Geld erhalten haben, haben mir daraufhin das zwei- bis dreifache zurückgeschenkt.

Ich war in dem Moment leicht überfordert, da alles auf mich einprasselte und ich plötzlich 50 Yuan (= 7 Euro) „reich“ war.

 

 

Anschließend ging es endlich zum Skifahren. Da ich als „professionelle“ Skifahrerin vorgestellt wurde, kamen plötzlich alle auf mich zu undnwollten, dass ich es ihnen beibringe. Sooft habe ich in 10 Minuten meinen Namen noch nicht rufen hören. Hier ist das Skifahren jedoch nicht das, was man aus Österreich kennt. Es gab einen kleinen Anfängerhügel und eine blaue Piste, die zur Hälfte gesperrt war. Das Material war auch sehr gewöhnungsbedürftig, da bei einigen Skiern schon die Skispitzen gefehlt haben. Nach einem aufregenden Tag ging es dann zurück in den Bus nach Peking.

 

In Kürze folgen weitere Erlebnisse rund um das Frühlingsfest/Neujahr, welches am 7. Februar eingeleitet wird und dann zwei Wochen gefeiert wird. Wir freuen uns schon sehr darauf.

 

P.S. Vielen lieben Dank für die lieben Gästebucheinträge und Kommentare zu unserem Blog. Wir freuen uns immer, wenn wir von euch hören und euch mit unseren Beiträgen erheitern können. Es ist schön, euch mit diesen Zeilen irgendwie nah zu sein.

 

P.P.S. Tanja verschlingt hier alles was ihr vorgesetzt wird, ohne zu wissen was es ist!

Dieses Mal: Schweineohr – „Es war lecker, aber ganz schön knorpselig!“ :D 

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Kommentare: 2
  • #1

    Beate (Donnerstag, 11 Februar 2016 15:53)

    Super Berichte! Schön geschrieben! Es macht Spaß sie zu lesen und ich habe euch bildlich vor Augen

  • #2

    Simone (Donnerstag, 11 Februar 2016 21:50)

    Ihr lieben Kinesen, na das war eine würdige Feiertei ins Jahr der Affen! ( ich bin lt. Chin. Horoskop auch einer