Dinosaur, Angry Bird und co.

Es wäre übertrieben zu sagen, dass so langsam der Alltag einkehrt. Zugegeben, jeder Tag ist eine neue Herausforderung für uns. Sei es beim einfachen Bestellen von unserem Abendessen oder beim Finden eines Sitzplatzes in einer der vielen U-Bahnen…It is just not possible!!  Trotzdem gewöhnen wir uns immer mehr und recht schnell an regionale Gegebenheiten: Auch wir laufen nun bei „Rot“ über die Ampel und performen dabei den einstudierten 360-Grad-Blick. Auch wir drängeln uns in die U-Bahn, als gäbe es kein Morgen mehr. Und auch wir essen was auf den Tisch kommt, ohne mit der Wimper zu zucken. 

(Auch wenn die wortwörtliche Übersetzung aus Worten besteht wie z.B. Katze, Schwiegermutter, fett, Darm, Nudeln)

 

Heißt das jetzt, dass die hier doch Katze essen??? Oder wessen Schwiegermutter haben wir da verspeist??

Egal! Es war lecker! :D

 

An unseren Schulen haben wir die erste Woche Unterricht absolviert! Diese ist jedoch relativ stressfrei geblieben, da viele Schüler dem Privatunterricht ferngeblieben und aufgrund des anrückenden Neujahrs mit ihren Familien weggefahren sind. Trotzdem haben wir einen schönen Einblick in unsere Arbeit bei Rise erhalten. Unterrichtstechnisch wird den Schülern drei verschiedene Arten von Unterricht angeboten: Beim „Reading“ wird meistens Kindern zwischen 3-8 das richtige Lesen beigebracht. In sogenannten „Activity-Klassen“ ist es dem Lehrer völlig überlassen, was er mit den Kindern für ein Thema behandelt. In den höheren Altersklassen, 9-13 Jahre, werden die Kinder in „Project-based-Learning-Klassen“ unterrichtet. Hier werden dann spezielle Projekte, wie z.B. das Thema Wasser und Wasserverschmutzung in China, Junkfood oder Wildnis behandelt.

Die Klassenstärke variiert von 2 bis 20 Schülern.

Alle chinesischen Lehrer haben sich selber englische Namen gegeben. Natürlich trifft das auch auf alle Schüler zu. Hier merkt man jedoch den extrem deutlichen Reifeunterschied! :D Denn da wo Lehrer sich Namen wie z.B. Sunny, Fiona oder Jasmine aussuchen, kommt es des Öfteren vor, dass Kinder uns beim Erfragen ihres Names mit „Apple“, „University“, „Rain“, „Barbie“, „Dinosaur“ oder meinem Favoriten „Angry Bird“ antworten. :D Goldig, nicht wahr? :) Viele suchen sich auch Namen mit gleichen Anfangsbuchstaben aus. In einer meiner Klassen heißen die Schüler: Jack, Jacky, Jerry, Jessi und Jessy! Großartig… :D

 

Das Unternehmen, in dem wir arbeiten, ist riesig. Es gibt insgesamt 28 Sprachzentren in ganz Peking, mit über 1800 Mitarbeitern. Die durften wir gestern alle kennenlernen!!! Rise hatte alle Mitarbeiter zum Jahresabschluss in ein großes Convention Center eingeladen. Uns wurde gesagt, man solle sich „fancy“ und möglichst rot kleiden. Die Abendgardrobe rangierte vom hässlichen roten Pullover bis zum schicken Abendkleid. Wie das bei Firmenfeiern so ist, wurden dann ganz viele Reden gehalten, Leute geehrt und Promotionen verteilt. Das Doofe ware nur: Alles war auf chinesisch! :D Das Spektakel fing also ca 15 Uhr an. 

 

Eine halbe Stunde später waren an allen Tischen der ausländischen Lehrern die Weinflasche offen. Um 15.45 war diese dann leer. Nachschub gab es leider nicht. Also ging man zu Tischen mit chinesischer Beteiligung um deren Weinvorat zu „borgen“! :) Nach endlosen Stunden, in denen gefühlt jeder der 1800 Mitarbeiter geehrt wurde, gab es dann ein riesiges und überaus leckeres Buffet. Noch während alle aßen, fingen einzelne Trainingscenter an, Aufführungen auf der Bühne darzubieten. Auch hier war wieder alles, vom sehr lauten und sehr schiefen Singen bis zu lustigen Theateraufführungen und Tanzeinlagen, dabei.

Am Ende des Abends kamen uns folgende Worte in den Sinn:

 

Das ist schon ein lustiges Völkchen hier! :D

 

P.S. Tanja erzählte mir, dass sie nun ein richtiges chinesisches Toilettenerlebnis hatte. In der Bar, in der sie mit ihren Mädels war, gab es auf der Toilette nur hüfthohe Trennwände. So kann man sich wenigsten beim Unterhalten angucken. Dass es für den ein oder anderen dann aber zum Problem bei der beabsichtigten Ausführung wird, versteht sich auch von selbst! :D

 

P.P.S @george karfunkel: Wir haben noch kein Lokal gefunden, dass Schafspenis anbietet! Es soll wohl irgendein Hinterstübchen sein. Sobald wir das gefunden haben, folgen Bilder und Geschmacksberichte!

Gestern vor einer Woche

Wir leben jetzt schon seit acht Tagen in China. Wir haben unsere Familien und Freunde verabschiedet, unsere Wohungen geräumt und versucht alles bezüglich deutscher Mentalität und deutscher Tugenden abzulegen und ohne jegliche Ansprüche und Erwartungen in dieses Land zu kommen. Grob gesagt - wir haben versucht mit leerem Kopf und keinen Vorurteilen herzureisen! :D Und das war auch gut so!!!

Peking ist einfach so anders und doch so ähnlich! Genau wie in Deutschland haben hier Ordnung und Sauberkeit einen hohen Stellenwert. Trotzdem hier jeden Tag Millionen von Menschen Straßen, Verkehrsmittel und öffentliche Einrichtungen benutzen, blitzt und blinkt es überall. Nirgendwo liegt wirklich Müll herum. Das liegt vor allem an den vielen Putzkräften, die Tag ein Tag aus alles sauber halten und gefühlt jedes Staubkorn auflesen. Leider ist uns zu Ohren gekommen, dass diese Leute dafür nur etwa 200 RMB (knapp 30 Euro) im Monat verdienen. Trotz irrsinniger Verkehrslage, die alles andere als nach Ordnung schreit, findet man den chinesischen Ordnungssinn überall wieder. Häuser, Bäume und Sträucher werden in Reih und Glied gebaut, bzw. gepflanzt. Manchmal, so scheint es, wird Bäumen nicht mal ansatzweise erlaubt aus der Reihe zu tanzen! :)

 

Wir haben uns hier super gut eingelebt. Morgen beginnt nun endlich die langersehnte Lehrtätigkeit an unseren Privatschulen. Gerade durch unsere Berufe haben wir hier jetzt schon einige Kontakte knüpfen können und chinesische sowie ausländische Bekanntschaften gemacht. Mit dem ein oder anderen Kollegen waren wir auch schon abends unterwegs. Dabei haben wir eine Bar kennengelernt, in der der Gin Tonic nur 1,50 Euro kostet (ohne Kopfschmerzen :D). In dieser Bar waren allerdings die Chinesen die Ausländer! :) In vielen Etablissements haben wir gelernt, dass man gleich nach der Bestellung bezahlt. Typisch chinesisch wird immer mehr bestellt, als man essen kann. Das resultiert darin, dass unangetastete Teller mit Nachos postwendend in den Müll wandern. Gläser werden bei Neubestellungen extra nicht vom Tisch genommen um die eigene Trinkfreudigkeit zu demonstrieren. In Kneipen wird generell erst einmal um neun die Musik lauter gemacht, sodass man seinen Gegenüber nicht mehr so gut versteht, und dann noch einmal um zehn, sodass man sich regelrecht anschreien muss um einander zu verstehen. Wie man das merkt: Hmm, naja wenn der eigene Banknachbar dir so sehr auf die Pelle rückt, dass er fast auf deinem Schoß sitzt, um zu verstehen, was du gesagt hast :) 

Zweimal sind wir schon erfolgreich Taxi gefahren! Manche werden sich jetzt fragen, was daran so besonders ist:

WIR SPRECHEN KEIN CHINESISCH!!! :D Jedoch beherrschen wir das Wort "U-Bahn" und unser Vorort heißt Wudaokou - das kann sogar ein Laie aussprechen! :D

Das Wetter hier ist weiterhin fantastisch. Fast jeden Tag wird uns ein blauer Himmel geschenkt. Allerdings gibt es eine Sache, mit der wir uns noch nicht so gut anfreunden können: Es ist kalt, furchtbar kalt! Dazu kommt der Wind, sodass man bei gefühlten -17 Grad (laut unserer App) durch Peking umherirrt. Sightseeing ist bei solchen Temperaturen unmöglich - wir haben es versucht! Allerdings bedeutet der eiskalte Wind auch, dass man weniger bis keinen Smog hat. Man kann es sich also aussuchen:

Entweder bibbert  man oder man atmet schnappartig. :D

 

Wir drücken euch ganz lieb! Eure beiden Kinesen

 

P.S. Um mal mit einem Vorurteil aufzuräumen: In China werden schon lange keine Katzen und Hunde mehr gegessen. Nur in Hongkong soll es noch das ein oder andere kleine Restaurant gehen, welches diese "Leckereien" anbietet. Die muss man allerdings erstmal finden! :D Dafür kann man hier Schafspenis am Spieß essen!

 

P.P.S Das "Aufs Klo gehen" ist hier absolute Beinarbeit! Um genau zu sein, Oberschenkelarbeit. :D Trotz mangelden Komforts erscheint das Ganze allerdings hygenischer!

 

P.P.P.S Englisch wird hier fast gar nicht gesprochen. Vereinzelt trifft man hier und da Chinesen, die Bröckchen verstehen und sprechen. Kinofilme werden in China jedoch immer in der Landessprache ausgestrahlt. Die Chinesen machen sich keine Mühe die Filme zu synchronisieren und packen stattdessen lieber einen Untertitel darunter. Läuft! :D

 

P.P.P.P.S Zwei von drei Heizkörper funktionieren! Heiß ist allerdings was anderes! :D

 

P.P.P.P.P.S Ist ja gleich vorbei! :D Wir haben 1000-jährige Eier gegessen!!! Und um ehrlich zu sein - sie waren lecker!! :)

Aller Anfang ist schwer...

Hinter uns liegen vier Tage voller neuer Eindrücke, klarer Luft, riesengroßen Fragezeichen in unseren Köpfen, mehrmaligem Kopfschütteln über die chinesische Mentalität, leckerem Essen und wirklich netten Leuten.

 

Wir sind angekommen!

 

Nach einem 9-stündigen Flug, bei dem Tanja mehr geschlafen hat als ich (von wegen Flugangst), sind wir aufgeregt und völlig übermüdet in Beijing gelandet. Dank des Schlafdefizits haben wir auch kaum was von einem Jetlag gespürt. Unser chinesischer Ansprechpartner "Alex" hat uns vom Flughafen eingesammelt und sofort in unsere eigenen vier Wände gebracht. Unsere Wohnung ist, sagen wir mal, klein und fein! Hier ist es wirklich ruhig und sicher; wir brauchen nur eine Minute zur U-Bahn und Einkaufsmöglichkeiten sind überall. Wenn jetzt noch die Heizung funktionieren würde, wäre eigentlich alles perfekt hier! :)

Damit wären wir auch schon bei dem ersten Aspekt der chinesischen Mentalität. Wenn man in Deutschland sagt, dass man etwas macht, dann macht man das auch in der Regel. In China muss man den Leuten gefühlt "auf den Sack gehen", damit irgendetwas passiert. Auf den Hinweis: Keine Heizung - Keine Miete - wird eher irritiert reagiert. Die Ausländer und ihre Sonderwünsche wieder...Zum Glück wohnen wir jedoch im Erdgeschoss, wo es noch verhältnismäßig warm ist. Und wir haben einen elektronischen Heizkörper - wahrscheinlich sagen die sich: Der muss für so ne kleine Wohnung reichen. Trotzdem fühlen wir uns in unserem neuen Zuhause schon richtig wohl. Nach unzähligen, witzlosen Behördengängen, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte, dürfen wir nun endlich 30 Tage legal in diesem Land leben. Wir beide haben am Mittwoch unsere Trainingscenter zum ersten Mal gesehen. In der kommenden Woche werden wir anfangen 3- bis 14-Jährige zu unterrichten. Die Kleinen sind total süß, aber auch schüchtern und zum Teil wild. Von Disziplin ist nichts zu spüren. Aber wer würde sich schon nach 12 Stunden Schule noch normal verhalten...Soweit ein erster Eindruck von uns! Alles in allem sind wir hier gut angekommen und fangen an uns einzuleben. Das Tolle ist, dass uns dabei jeder versucht zu helfen - egal ob Ausländer oder Chinese. Die Luft ist momentan noch super und wir mussten die Masken gegen Smog noch kein Mal verwenden. Toi Toi Toi!

 

Fotos konnten wir leider noch nicht so viele machen, da die letzten Tage eher vom Hin-und-Herrennen geprägt waren.

 

P.S. Das Loswerden von Körperflüssigkeiten ist ein absolutes Highlight hier. Die Chinesen spucken zwar nicht überall hin (meistens nur in Mülleimer oder auf die Straße), dafür machen sie es um so geräuschvoller. Widerlich könnte man meinen - uns beiden bringt es ein Lächeln auf die Lippen :)

 

P.P.S. Das chinesische Verkehrssystem ist ein WITZ!!!!!! Ampeln sind hier mehr eine Empfehlung als eine Richtlinie. So lassen sich auch größere Verkehrsstaus auf Kreuzungen mit Ampeln erklären. Und für Fußgänger heißt "grün" noch lange nichts. Generell gilt: Je größer dein Gefährt, desto eher halten Leute an, wenn du plötzlich beschleunigst! :D

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Kommentare: 4
  • #1

    Simone (Sonntag, 17 Januar 2016 21:50)

    Bitte mehr!!!Liebste Grüße Simone

  • #2

    das Wildschwein (Mittwoch, 20 Januar 2016 14:25)

    gut geschrieben, lässt sich lesen
    Bilder und Geschmacksberichte vom Schafspenis, bidde !

  • #3

    Simone (Donnerstag, 21 Januar 2016 22:45)

    Es ist wirklich spannend an Euren Erfahrungen teil zu haben. Das ist doch was anderes als mal, wenn auch mit " Chinesen" China auf nem Kurztripp kennengelernt zu haben! Weiter so nette Bericht!!! Ich freu mich drauf! Und ich hoffe, ihr wickelt Euch immer schön warm ein gegen diese Mordskälte!!!

  • #4

    Simone (Donnerstag, 28 Januar 2016 09:23)

    Na, Eure Firmenparty hört sich mega spannend an