Im Süden Chinas

Das Fahrende Schlafzimmer

Begleitet von gesungener chinesischer Musik, die aus unserem Innenhof schallt, sitze ich nun wieder an meinem Schreibtisch und lasse unsere Reise in den Süden von China Revue passieren. Es war eine anstrengende und zum Teil entmutigende Reise. Doch gleichfalls war es ein atemberaubender und phantastischer Trip in eine der südlichsten Provinzen von China, fernab vom Touristenrummel. Vor knapp zwei Wochen stiegen wir ins Flugzeug und gingen Tanjas Lieblingsbeschäftigung nach – das Fliegen über den Wolken! :D

 

Nach nur 3 ½ Stunden in einem gigantischen Innenlandsflugzeug kamen wir in der Provinzhauptstadt Kunming an, in der wir allerdings, wie es der Zufall so wollte, während der ganzen sechs Tage kaum Zeit verbracht haben. In Kunming angekommen, machten wir uns sofort auf den Weg zum Südbahnhof, um dort noch ein Ticket für den Nachtbus nach Yuanyang, im Süden der Provinz, zu ergattern. Es klappte alles reibungslos und wir waren schon verblüfft, wie leicht alles erschien - erfahrungsgemäß läuft in China nämlich nicht immer alles so glatt nach Plan! Nach einem eher kurzen und ernüchternden Streifzug durch Kunming, der uns lediglich ein Einkaufshaus von innnen sehen ließ, kehrten wir zum Busbahnhof zurück und wurden das erste Mal auf dieser Reise mehr als nur überrascht. Der Nachtbus entpuppte sich als ein fahrendes Schlafzimmer. So oder so ähnlich habe ich mir den Fahrenden Ritter aus Harry Potter vorgestellt. Der Bus besaß keine Sitze, sondern nur 30 Betten, die als Doppelstockbetten angeordnet waren. Nachdem wir von einer, nicht unbedingt wohlriechenden, Käsefußwolke begrüßt wurden, dachten wir uns zum ersten Mal: „Ach Gott….“! Die Betten waren für kleinere Chinesen gedacht und ließen uns nur gekrümmt unseren wohlverdienten Schlaf finden. Zum Glück hatte der Bus eine Klimaanlage, denn mit geöffnetem Fenster zu schlafen wäre so effektiv gewesen, wie an der Ostsee bei voller Briese einschlafen zu wollen. Um 18 Uhr ging die Reise in Richtung Reisterrassen los. Nach mehreren Zwischenstopps, bei denen auch die Polizei mal vorbeischaute, wurden wir dann um 2 Uhr nachts von einer guten Frau namens Belinda in Yuanyang geweckt. Uns wurde vorab versichert, dass wir im Bus den Rest der Nacht bleiben könnten. Nachdem die gute Frau aber alle geweckt hatte und uns ein Zimmer für 60 Yuan anbot, namen wir dies dankbar an und folgten ihr zu elft im Minivan in das nächste Hostel. Auch wenn das Zimmer nur so von Schimmel strotzte, war es die bessere Entscheidung. Im Bus waren nur noch Männer geblieben, die alle keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck hinterließen – zumal wir von gestohlenen Gepäckstücken in Nachtbussen bereits gehört hatten. Im Hostel schliefen wir circa zwei Stunden und machten uns kurz vor 5 Uhr wieder zurück auf den Weg zum Busbahnhof, wo wir erst vor 2 Stunden angekommen waren. Dort wartete bereits ein Minivan auf uns, den unser eigentlicher Hostelbesitzer Greg liebenswürdigerweise für uns gebucht hatte. Er nahm uns im Dunkeln mit auf die Reisterrassen, da wir unbedingt die Reisterrassen im Morgengrauen erblicken wollten. Nach einer einstündigen Fahrt kamen wir im Cliff House Hostel an, schmissen Greg aus dem Bett und guckten uns den Sonnenaufgang über den Reisterrassen mit einer Tasse Tee in der Hand an. Unser Hostel lag genau am Rande eines Tals, welches übersät war mit kleinen Reisfeldern. Es war atemberaubend. Aufgrund der kurzen Nacht entschlossen wir uns noch ein paar Stunden zu schlafen um dann unseren ersten Wandertag durch die Reisterrassen zu genießen.

 

Um kurz vor Mittag stiegen wir wieder aus den Federn, ließen uns von Greg eine nette kleine Wanderroute beschreiben und machten uns auf den Weg. Das Wetter sollte für die ganze Reise eher mittelmäßig bis schlecht werden, wovon wir uns allerdings nicht stören lassen wollten. Auch an diesem Tag war es eher bewölkt und nur durch Tanjas Bestreben entschlossen wir uns trotzdem einzucremen.  Circa 6 Stunden liefen wir durch eine der beeindruckensten Landschaften, die wir bisher jemals gesehen haben. Überall erstreckten sich die Reisfelder, terrassenförmig angeordnet. Auch wenn wir vielleicht zur falschen Jahreszeit da waren, war es dennoch beeindruckend. Eigentlich sollte man die Reisterrassen im Dezember bis März besichtigen. Nachdem der Reis nämlich geerntet wird, werden Fische in den eingebetteten Terrassen gezüchtet. Diese Fische werden mit einem speziellen farbigen Futter vor der kräftigen Sonne geschützt. Dieses Futter lässt die verschiedenen Becken in vielen unterschiedlichen Farben erstrahlen. Von oben gesehen sieht man dann hunderte, mit Wasser gefüllte Becken, die im Licht alle in unterschiedlichen Farbtönen schimmern – ein Paradies für Fotografen. Auch wir werden versuchen im Dezember noch einmal wiederzukommen, bevor wir China verlassen und in wärmere Gegenden weiterziehen.

 

Auf unserem Weg durch die Reisterrassen konnten wir das Leben der einheimischen Chinesen ausgiebig beobachten. Überall wurde gebaut – egal ob Straßen oder Häuser. Alles wurde ausgebessert oder umgebaut. Überall lagen Haufen von Kies, Wackersteinen, Bambusstämmen oder Holzbrettern herum. Egal ob weiblich oder männlich – jeder packte mit an. Die Frauen trugen zudem fast alle ihre Trachten aus unterschiedlichen Farben, welche sowohl ihren Stand als auch ihre Herkunft verrieten.

 

In den Reisterrassen machten wir dann auf einer Anhöhe Pause und wurden sofort ausgiebigst von einer chinesischen Rasselbande inspiziert! In diesem Moment kam dann doch noch einmal die Sonne heraus, was uns beiden im Nachhinein den schlimmsten Sonnenbrand unseres Lebens einbrachte. Die Sonne ist im Süden Chinas furchtbar stark, so dass selbst das, wenn auch etwas gleichgültige, Eincremen nur einen geringen Schutz bot. Mit krebsroten Armen meinerseits und einem krebsroten Nacken von Tanja kehrten wir zum Hostel zurück, genossen ein Abendbrot von Greg, fotografierten wie die Wilden noch den Sonnenuntergang und die aufkommenden Regenbögen und ließen uns dann erschöpft ins Bett fallen.

Die Schlimmsten 14 Stunden unseres Lebens

Am nächsten Morgen wollten wir schon früh los um zurück nach Kunming zu fahren. Wir hielten pünktlich wie die Maurer einen Minivan auf den Reisterrassen an, der uns zum Busbahnhof fahren sollte. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass die nächsten 14 Stunden die schwierigsten und nervenaufreibendsten Stunden unserer bisherigen Reise werden sollten.

 

Der Minivan fuhr mit einer chinesischen Gelassenheit geradewegs in den nächsten Stau und wartete mit einer Seelenruhe auf andere Chinesen, die noch ihre Tasche packen mussten, sodass unser Vorsprung auf den Bus nach Kunming zusehends schrumpfte. Trotz allem schafften wir unseren Bus noch gerade so, bezahlten und wurden ohne Ticket in den Bus gelassen. Es sollte ein Direktbus nach Kunming sein. Eventuell hätte man uns vorab erklären sollen, was in China Direktbus bedeutet! Noch vor der Fahrt fing die Frau hinter uns an sich zu übergeben. Das ging ja gut los, dachten wir uns. Nach circa einer Stunde wurden wir plötzlich hektisch von einem Bus in den nächsten Bus gewunken. Wir taten dies mit einem sehr unangenehmen Bauchgefühl.

Der zweite Bus war ein verschlissener, heruntergekommener Bus, der in Deutschland nichts mehr auf der Straße zu suchen hätte. Nur gut, dass wir mit diesem Bus durch Berge und Schluchten fuhren und uns kaum mulmig zu Mute war. Die Chinesen erbrachen sich aufgrund der schönen Aussicht reihenweise – die sind Kurven anscheinend einfach nicht gewöhnt! :D Irgendwann hielt der zweite Bus aufgrund einer Straßensperrung an und blieb 40 Minuten mitten im Nirgendwo neben einer Schlucht stehen. Niemand wusste warum und niemand fragte warum. Ich wagte mich die Straße vorauszulaufen und sah, dass vor uns erst einmal die Straße gebaut werden musste. :D Ach du Schei….! Die Fahrt nach Kunming sollte insgesamt circa 7 Stunden dauern. Wir sollten "eigentlich" zwischen 16 Uhr und 17 Uhr ankommen. Unser Zug nach Lijiang in den Norden der Provinz ging erst um 21 Uhr. Wir hatten noch genügend Zeit….dachten wir! Nachdem die Straße provisorisch wieder befahrbar war, ging der Ritt durch die Berge weiter. In der nächsten Stadt machten wir dann erstmal eine Pause – bei Tanja riss der Geduldsfaden mit einem lauten Plopp! :D Wir sollten ein weiteres Mal den Bus wechseln. Na gut! Im dritten und finalen Bus fuhren wir dann die letzte Strecke nach Kunming – denkste Puppe! Schon nach einer Stunde, bei der der Busfahrer unterwegs schon nur mit 30 km/h auf der Autobahn unsere Gereiztheit ausnutzte, standen wir plötzlich im Stau. Nichts ging mehr! Es war 15 Uhr und wir hatten noch genügend Zeit…

Aufgrund Langeweile machten wir uns auf, die Ursache des Staus zu begutachten. Außer einem Polizisten und mal wieder einer abgesperrten Straße war allerdings weit und breit nichts zu sehen. Auf die Frage, wie lange es noch dauern würde, meinte er 4 Stunden und zeigte uns Bilder von einem schwerwiegenden großen Unfall in etwa 2 Kilometern Entfernung. Unser Herz rutschte in die Hose. Wir würden unseren Zug nicht mehr schaffen. Wir liefen zurück und schmiedeten Pläne, wie wir aus dieser Situation herauskommen könnten und eventuell doch noch einen Zug nach Lijiang am Abend schaffen könnten. Plötzlich wirkten die Chinesen sehr verärgert. Ein chinesischer Junge, namens Jacky, freundete sich schnell mit uns an und übersetzte für uns alles in super Englisch. Laut Jacky war sich der Polizist vorne nicht mehr sicher, ob heute überhaupt noch die Straße frei werden würde oder erst am nächsten Morgen. Das war's – jetzt reicht es! Wir luden unsere Sachen auf, ließen Jacky unseren Plan dem Busfahrer erklären und liefen Richtung Unfall los. Unser Plan war es ein Auto hinter der Unfallstelle zu ergattern und somit noch pünktlich nach Kunming zu kommen. Falls uns dies nicht gelingen sollte, würden wir umkehren und zum Bus zurückkommen! Genug Zeit war ja! Beim Übersetzen waren wir nun mit einem Mal auf ein Neues die Hauptattraktion und wurden mit einem wohlgemeinten Lächeln und einem „Viel Glück“ verabschiedet.

Wir erreichten den Unfallort nach einer halben Stunde und wurden Zeuge, wie die Straße fast schon wieder frei war. Als die ersten Autos wieder losfuhren, hielten wir an der nächsten Mautstation an und wurden von fröhlichen Gesichtern in unserem Bus wieder begrüßt. Es war mittlerweile 18.45 und wir hatten nur noch wenige Stunden. Der Busfahrer dachte sich allerdings, dass er unsere Nerven noch ein wenig mehr strapazieren könnte. Da nun alle bestimmt Hunger hatten nach der langen Wartezeit, hielten wir am nächsten Rastplatz. Den Zug konnten wir uns abschmatzen. Glücklicherweise gab es noch 4 Züge an diesem Tag nach Lijiang. Nach einer weiteren Polizeikontrolle und einem Stau vor Kunming, verpassten wir allerdings auch noch die nächsten drei Züge, sodass uns nur noch der letzte Zug um 23.30 Uhr an unser Ziel bringen konnte. Um 22.10 Uhr und mit 6-stündiger Verspätung erreichten wir Kunming und wurden von hochwasserüberschwämmten Straßen willkommen geheißen. In Kunming hatte es den ganzen Tag geregnet. Und wenn es in China einmal regnet, dann heißt das, dass die Kanalisation in null Komma nichts verstopft ist. Mit nassen Schuhen wateten wir durch die sturzflutartigen Straßen, ergatterten einen Minivan und ließen uns für einen überteuerten Preis zum Bahnhof bringen.

 

23 Uhr – wir hatten es geschafft! Dort angekommen ging plötzlich alles wieder sehr einfach. Unser Ticket wurde sofort und ohne ein Wort  umgebucht. Wir erhielten die letzte beiden Liegen im Zug, ließen eine Liege noch von einer überaus hilfreichen Chinesin umtauschen – die Liegen waren in zwei unterschiedlichen Waggons – und ließen uns zermürbt und trotzdem dankbar auf unseren Liegen nieder. Trotz allen Widrigkeiten hatten wir es in unseren Zug nach Lijiang geschafft.

 

Alles hat einen Grund! – Das ist mein Lebensmotto! Vielleicht wurden wir verschont...Vielleicht wären wir ohne die vielen Verspätungen in den Unfall verwickelt gewesen….wer weiß das schon!?   

Die Schlucht und die Wasserterrassen

Nach einer 10-stündigen Zugfahrt kamen wir dann am Morgen in Lijiang an. Lijiang liegt im Nordwesten der Provinz und ist der Startpunkt für vielerlei Touren. Wir fanden uns in einem Gasthaus ein, mit dem wir schon vorher Kontakt bezüglich unseres Trips aufgenommen hatten. Im Gasthaus Mama Naxi genossen wir ein deftiges Frühstück und ließen uns alle Informationen zur Tiger Leaping Gorge geben. Diese Schlucht liegt ungefähr 2 Stunden nördlich von der Stadt entfernt  und wollte von uns bewandert werden. :)

Nach einer erneuten Busreise kamen wir am späten Nachmittag in Jiaotou an, eine Stadt, die den Start der Schluchtwanderung kennzeichnet. Die Tiger Leaping Gorge wird jährlich von Tausenden von Touristen besucht, wobei diese sich jedoch meistens in Bussen genau am Fluss entlangkutschieren lassen. Die richtig Hartgesottenen besteigen den Berg und genießen die Aussicht in schwindelerregender Höhe. Wir wollten zu diesen Hartgesottenen gehören! :D Wir ließen unsere großen Rucksäcke im ersten Gasthaus zurück bzw. vereintbarten den Transport zu einem Gasthaus auf der Mitte der Strecke und machten uns auf den Weg, die erste Etappe zu meistern. Die Tiger Leaping Gorge kann momentan nur auf der linken Seite bestiegen bzw. bewandert werden. Allerdings waren Ansätze von Bauarbeiten auf der rechten Seite zu sehen, die das Gleiche auf dieser Seite in ein paar Jahren vermuten lassen.

Mit Baulärm im Hintergrund ging es also los. Circa zwei Stunden sollte die erste Strecke dauern. Und so war es auch! Nach einer zweistündigen Wanderung über den ersten Kamm des Berges kamen wir im Naxi Family Gasthaus an. Mitten in den Bergen erstreckte sich ein kleines Bergdorf mit eben unserem Gasthaus. Die Familie bewirtete uns sofort und gab uns auch promt ein gemütliches Zimmer für die Nacht. Trotz minimalster Englischkenntnisse klappte die Kommunikation – das Lob geht hierbei jedoch eher an John, einem Engländer, der sehr gut chinesisch sprach. Er gehörte zu einer kleinen Dreiergruppe von Engländern, die sich auch entschlossen hatten, zu den Bezwingern des Berges zu gehören. Nach einem schönen Abend, mit lustigen und ernsten Gesprächen, einem frisch geschlachteten Schwein und etwas chinesischem Bier gingen wir relativ früh schlafen. Am nächsten Tag stiegen wir früh aus unseren Betten, da eine 9-stündige Wanderung bzw. ein „Gewaltmarsch“ auf uns wartete! :D

 

Um kurz nach 8 Uhr verliessen wir gut gesättigt unser Gasthaus und machten uns auf, die 28 Biegungen hinauf auf eine Höhe von 2500 Metern zu bewältigen. Nach nur zwei Stunden ließen wir diese hinter uns, genossen die fantastische Aussicht, liefen weiter und kehrten um kurz nach 12 Uhr in ein Gasthaus ein, welches sich - logischerweise - HalfWay Gasthaus getauft hatte. Viele hätten hier wohl haltgemacht und die Nacht verbracht - gerade weil dieses Gasthaus eine unglaubliche Sicht auf die Berge und die Schlucht bot. Wir wollten jedoch weiter. Nach zwei weiteren Stunden erreichten wir unser Nachtlager auf mittlerer Höhe- Tinas Gasthaus. Nach einer kurzen Stärkung kontrollierten wir unsere Rucksäcke, die für uns hierhergefahren wurden, und bewältigten noch einmal den letzten Rundweg herunter zum Fluss und zum Fuße der Schlucht! Unten angekommen erwartete uns ein beeindruckendes Bild. Der Fluss kämpfte sich mit solch einer Kraft und Gewalt durch die Schlucht, dass man sich gar nicht erst vorstellen wollte, dort ausversehen hineinzugeraten. Zurück im Gasthaus schliefen wir völlig erschöpft bei unserem ersten Europameisterschaftsspiel ein.

Am letzten Tag unserer Reise krochen wir wieder einmal früh aus den Federn, um uns mit einem privaten Minivan zu den „Weißen Wasserterrassen“ fahren zu lassen. Unsere Sachen ließen wir bei Tinas Gasthaus, da wir von dort nachmittags wieder den Bus zurück nach Lijiang nehmen wollten. Nach nur 1 ½ Stunden Fahrt durch eine wirklich schöne und wilde Landschaft erreichten wir die Wasserterrassen. Diese Terrassen sind eine natürliche Schönheit und ein Naturphänomen zugleich. Hier fließt Wasser über eine bestimmte gelblich-weiße Gesteinsart und lässt das Wasser dadurch weiß erscheinen. Durch die Ausspülung des Gesteins haben sich zudem Terrassen gebildet, in welchen das Wasser aufgefangen wird. Es war wirklich schön anzusehen und wir sind auch ganz dicht herangekommen. Leider wird es nicht für immer so schön aussehen und so leicht sein heranzukommen. Die Chinesen witteren wieder einmal eine Goldgrube. Zähneknirschend mussten wir beobachten, wie eine ganz Hotelanlage um den Ort gebaut, Rohre verlegt und riesige Weganlagen aus dem Boden gestampft wurden. In Zukunft sollen Rohre noch mehr Wasser über die Terrassen verteilen um mehr Besucher anzulocken und mehr Eintritt zu verlangen. Dass sie damit aber die Ruhe und Schönheit des Ortes zerstören, ist ihnen nicht bewusst.

Naja, wir waren jedenfalls froh die Chance genutzt zu haben, diesen beeindruckenden Ort kennenzulernen. Mit unserem Minivan ging es zurück zu Tina’s, wo wir unsere englischen Freunde wieder trafen. Von da aus nahmen wir den Bus nach Lijiang und den Nachtzug nach Kunming. Für einen letzten Aufreger sorgte der Schaffner, der uns eine knappe Stunde zu früh weckte und mit uns auch alle anderen aus den Federn holte. In Kunming angekommen, ließen wir uns zum Flughafen bugsieren und stiegen in den Flieger Richtung Peking, unserem Zuhause!

 

Es war eine tolle Reise! Wir haben wieder einmal viel gesehen und erlebt und sind Stolz auf alles, was wir bewältigt haben. Wir sind uns jedoch einig, dass Urlaub etwas anderes ist! :D

 

Nun sind wir wieder zu Hause, gucken die EM und erwarten total gespannt die Ankunft von Tanjas Eltern und zwei meiner besten Freunde. Das dauert allerdings noch etwa einen Monat! :) Vielen Dank fürs Lesen meines Gequassels!

Fühlt euch gedrückt! Tanja und Flo

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Kommentare: 1
  • #1

    Simone (Sonntag, 26 Juni 2016 15:01)

    Hallo Ihr Zwei, wiedereinmal eine interessante und abwechsungsreiche Tour mit Höhen und Tiefen, tollen Landschaften, netten und langsamen Menschen... Ich finde es super, das Ihr China so auf eigdne Faust erkundet!!! Nehmt soviele Erlebnisse sie möglich mit! Die weissen Terrassen sind nach Eurem Foto wirklich sehr schön! Noch viele schöne Trips und Tage wünscht Euch Simone