Winteranfang -Stimmungswandel

"Terrakotta-Worries" + Bla Bla Bla

Ganz melancholisch wie man manchmal so ist, wenn man sich schöne Musik anmacht und Texte verfässt, trägt dieser Beitrag den Titel "Winteranfang - Stimmungswandel". Wir steuern auf das Ende unserer Zeit in China zu und gleichzeitig aber auch unserem nächsten großen Abenteuer entgegen. Nur noch 1 1/2 Monate and then we're out of here! :D Ein Jahr ist technisch gesehen eine lange Zeit und doch kam es uns so kurz vor. Gerade eben noch hatten wir unsere Abschiedsparty und sind ins Flugzeug gestiegen und nun ist das Jahr schon wieder fast rum. Melancholisch wird man vor allem, wenn man die vielen "kleinen" Sachen bedenkt, die man Zuhause verpasst hat. Viele unserer besten Freunde haben Nachwuchs bekommen und uns blieb nichts anderes übrig als von einem anderen Kontinent mitzufiebern. Das damit einhergehende Heimweh hat dies manchmal nur schwer ertragen lassen. Aber auf der anderen Seite haben wir hier so viel erlebt, dass wir selbst es noch gar nicht richtig fassen können, überhaupt den Entschluss gefasst zu haben, hierher zu kommen. Wir sind froh darüber! Wir haben uns merklich weiterentwickelt, nicht nur als Lehrer, sondern auch als Menschen und noch wichtiger - als Paar. Zusammengelebt hatten wir bis dato ja noch nicht! :) Es ist aber alles gut gegangen, so wie wir beide es auch prognostiziert haben. :D Wir wissen durch China noch mehr, dass wir beide zusammen gehören. Wir sind hier des Öfteren durch Himmel und Hölle gegangen und sehen nun mit weitschweifendem Blick in die Zukunft. Mit Zuversicht können wir sagen: Uns wirft so leicht nichts mehr um!

 

Es geht hier dem Ende zu. Vieles werden wir vermissen: allem voran das Essen und die ganze Mentalität, die damit einhergeht; die Freundlichkeit der Leute Ausländern gegenüber und die Leichtigkeit und Einfachheit wie mit Problemen umgegangen wird. Seltener werden wir die regelmäßige Kontrolle, das soziale Miteinander in der Oeffentlichkeit und das Verkehrssystem, welches einfach keinen Sinn ergibt, vermissen. :D

 

Nach unserem 3 1/2 Wochen Trip hatten wir noch zwei Orte im Kopf, die wir unbedingt sehen wollten. Einen davon können wir nun zuversichtlich von unserer Liste streichen. Am Montag Abend nahmen wir den Nachtzug um uns die Terrakotta-Armee in Xi'an anzuschauen. Dieses Ziel steht schon länger auf unserer Liste und wir sind froh, nun endlich dazu gekommen zu sein. Alles in allem waren wir zwei Tage in Xi'an und haben die tolle Stadt und das Leben dort in uns aufgesogen. Angekommen in Xi'an machten wir uns nach einem kleinen Nickerchen (Nachtzugfahrten sind halt manchmal doch nicht so erholsam :D) zu der Terrakotta Armee auf. In der Hauptstadt der Shaanxi Provinz herrschte leider unglaublicher Smog, sodass wir von unserer Umgebung nicht viel mitbekamen. In den Hallen der Terrakotta Armee war das jedoch nicht anders, nur das hier der Staub dem Smog den Rang ablief. :D Trotzdem... man war das ein Anblick!! Phänomenal! Sowas sieht man nicht jeden Tag. Über 8000 lebensgroße Soldaten sollen in den Gruben vergraben sein und dabei ist noch nicht einmal alles ausgegraben. Toll ist auch, dass man beim Restaurationsprozess hautnah dabei sein kann. Leider war schon Arbeitsschluss als wir ankamen, sonst hätten wir noch Leuten bei der Arbei zusehen können. Überlaufen waren die Hallen zum Glück nicht, sodass wir uns alles in Ruhe angucken und auf uns wirken lassen konnten. Unfassbar, wie der chinesische Herrscher damals auf die Idee gekommen war. Und dann hat er auch noch alles vergraben lassen, so als ob er gewusst hätte, dass man es in der Zukunft finden würde und als "achtes" Weltwunder ansehen würde. Wahnsinn im positiven und negativen Sinne! Nachdem wir die Gruben verlassen hatten, ereignete sich das Übliche: Souvenirs hier und da und Leute, die einem sehr penetrant auf die E**** gehen können! :D Wir sind es gewohnt und ignorieren sowas fast immer. Eines war jedoch wirklich herrlich. An mehreren Ständen konnte man kleine Terrakotta Figuren kaufen. Die wurden allerdings nicht mit den Worten "Terrcotta Warriors", sondern mit "Terracotta Worries" angepriesen, was einfach nur lustig war. Nachdem ich eine Standbesitzerin verbessert hatte, waren wir uns ziemlich sicher, dass sie ihr Gesicht mir gegenüber verloren hatte! :D Ihr Schweigen war die Bestätigung! Es war doch eigentlich nur gut gemeint. :D 

 

Zurück in unserem Hostel machten wir uns kurz darauf wieder auf und gingen in das muslimische Viertel. Ein riesengroßer Bereich in Xi'ans Innenstadt gehört der muslimischen Bevölkerung. Dementsprechend steppt in diesen kleinen Straßen und Gassen der Bär. Alles dreht sich ums Essen und man kann sich vor lauter Süßigkeiten, Hammelspießen und anderen Spezialitäten gar nicht sattsehen.

Am nächsten Tag strommerten wir ein bisschen durch die Stadt. Wir wollten uns die mächtige Stadtmauer von Xi'an anschauen, an der früher die ein oder andere Armee zerschellt ist. Sie stellte sich als wunderbar und gleichzeitig furchteinflößend dar. Die Mauer ist an die 20 Meter breit, sodass man oben bequem mit dem Fahrrad darauf fahren kann. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen. So radelten wir im dichtesten Smog bei einem Wert über 260 auf der Stadtmauer entlang und kamen unter den Masken ganz schön ins Schwitzen. Abends fuhren wir dann auch schon wieder zurück nach Peking - wieder im Nachtzug (das ist einfach billig und zeitsparend)! Die Stadt Xi'an war beeindruckend, jedoch eine große Belastung für unsere Lungen! Da sind wir doch lieber im versmogten Peking! Das kennen wir aber wenigstens! :D

 

Spaß beiseite, hier herrschen zurzeit wieder Smogwerte....holla the forestfairy! :) Naja, kann man nix machen, wenn die Kohleöfen alle gleichzeitig angefacht werden. In Peking werden alle Heizungen synchron am 15. November angeschmissen. Das verordnet die Stadt so. Das bedeutet aber auch, dass wir bis dahin in unserer Wohnung echt frieren mussten. Hier herrschten zum Teil Temperaturen um die 5 Grad in unserem Wohnzimmer - uncool! Jetzt ist aber alles dufte und uns nicht mehr kalt! :D

 

Meine Tätigkeit als Sportlehrer an der internationalen Schule habe ich seit ein paar Tagen an den Nagel gehangen. Die Voraussetzungen, die mir dort geboten wurden, waren für mich einfach nicht mehr akzeptabel und mir bereitete es eher Stress als Freude. Ich sollte zum Beispiel Judo im Klassenzimmer unterrichten. Das allein reicht manchen aus um "Quatsch" zu sagen. Als dann jedoch auch nach mehrmaligem Fragen erst einmal keine Matten für mich geliefert wurden und es dann am Ende Matten waren, auf die ich nicht mal als "wissender" Judoka fallen möchte, und die Schüler sowieso nur Bock auf Basketball (oder Nichts-tun für die vielen Mädels) haben, lieferte das mir genug Gründe, diese Tätigkeit fallen zu lassen. Ich habe meine Erfahrungen sammeln können und einen Einblick in das chinesische Schulsystem bekommen. Darüber bin ich froh! :) Aber ein Leben lang dort unterrichten....HELL NO! :D

 

P.S. Ein Geburtstagsgeschenk, welches eigentlich für Tanjas Eltern bestimmt war, haben nun wir köstlicherweise erleben dürfen. Wir waren bei einem chinesischen Kochkurs. Leider waren Beate und Jörg damals hier in China krank gewesen und mussten mit schwerem Herzen den Kochkurs canceln. Allerdings wissen wir dafür jetzt wie man einige chinesische Gerichte zubereitet und freuen uns über jeden Interessenten! :D Vorkoster zu uns! :)