Nordinsel

Was für ein Paradies...

Neuseeland – wir sind da! Die allerersten Gedanken, die uns, als das Flugzeug zur Landung ansetzt, in den Kopf schießen, sind „frische Luft, blauer Himmel, Freiheit und endlose Weiten“! Schon vom Flugzeug aus haben wir uns sofort in das Land verliebt. Jetzt sind wir schon über eine Woche hier und an dem Empfinden hat sich bis jetzt nichts geändert. Es ist einfach wanhsinnig schön hier. Lasst uns ein wenig von unseren ersten Erfahrungen auf dem neuen Kontinent berichten.

 

Am Flughafen angekommen, konnten wir zwar an einer langen Warteschlange des Zolls nicht vorbei, dafür ging alles ohne Probleme. Selbst die chinesischen Nüsse, unsere Medikamente und unser Wanderzubehör durften wir ohne weitere Nachfrage mit einführen. Wir hatten unsere drei großen Rucksäcke in chinesiche Plastiktaschen verborgen und sahen damit fast schon chinesische Mainstream-Touris aus! :D Nachdem wir unser Geld gewechselt hatten und dabei fast 50 Euro verloren (ein Jammer L), machten wir uns auf den Weg in die Stadt Auckland, wo wir liebevoll von Dennis und Nicole empfangen wurden. Mit Dennis habe ich eine gefühlte Ewigkeit schon beim Werderaner Volleyballverein im Ligabetrieb die Brandenburgische Volleyballliga unsicher gemacht  und zusammen mit seiner Freundin haben wir uns auch in Deutschland schon öfter einmal getroffen und die Gesellschaft genossen. Beide sind seit September in Asien und Ozeanien unterwegs und reisen geauso wie wir. Da bot es sich an einen Teil der Strecke zusammen zu genießen. Somit vereinbarten wir den Monat im Neuseeland gemeinsam zu reisen und das Land kennenzulernen.

 

Unsere ersten Eindrücke von Neuseeland und auch Auckland waren nur positiv. Die Luft, das Meer, die Sonne, die Natur, das alles ist so unglaublich schön hier. Es stimmt, dass es in Neuseeland wahnsinnig teuer ist und man jeden Dollar gefühlt viermal umdrehen muss, bevor man ihn ausgibt, aber das empfanden wir beide nicht als negativ. In China gab es auch einige Sachen, die wir im alltäglichen Leben benötigten und die einfach echt teuer waren. Die Umstellung ist somit gelungen.  

 

Nach einem schön deutschem Empfangsessen (Bratkartoffeln mit Rührei und Speck) fühlten wir uns sofort heimisch und konnten im Nuh den Stress der letzten Wochen abschütteln. Die nächsten anderthalb Tage verbrachten wir auch noch in Auckland um ein wenig anzukommen. Es ist schon in vierlerlei Hinsicht eine Umstellung für uns gewesen. Eines der prägnanteren Änderungen ist der Geruch. In China hat ja fast keiner Perfüm oder Deo benutzt. Dementsprechend reagierten unsere Nasen etwas überrascht auf die vielen wohltuenden aber auch besitzergreifenden Gerüche anderer Menschen. Nachdem wir unser Auto dann zu viert eingesammelt hatten (SUV) und all unser Gepäck doch tatsächlich drin verstauen konnten, ging es los. Nach einem kurzem Zwischenstopp, der uns beiden die offiziellen Übersetzungsschreiben unserer Führerscheine einbrachte, ging es weiter in den Westen von Auckland. Nach einer Stunde kamen wir schon an der Küste an. Dort, mitten im Nirgendwo, (wie übrigens überall in Neuseeland – die haben nur 4,2 Millionen Einwohner) erhob sich eine Düne aus schwarzem Sand von der man runtergleiten konnte. Dieses Abenteuer wollten wir uns nicht entgehen lassen und versuchten es den anderen Abentuerlustigen nach zu machen und die Dünen herunter zu rutschen. Leider hatten wir kein Board, sondern nur Papiertüten, auf denen das Ganze dann doch nicht so gut klappte. So rannten wir stattdessen die Dünen hinuter und erfrischten uns anschließend noch in einem nahegelegenen See, sieben Tage nach Silvester. Ihr habt Schnee und wir gehen baden – läuft! :D

 

Erste Eindrücke vom Kiwiland

Bevor ich weiter von unseren Erlebnissen berichte, möchte ich kurz ein Wort oder auch zwei über unsere Wohnerlebnisse loswerden. Wir versuchen hier, wie wahrscheinlich jeder Backpacker, so billig wie möglich zu reisen. Das bedeutet zum einen, dass wir uns ein Auto gemietet haben und mit diesem durch die Gegend reisen. Zum anderen steuern wir jede Nacht Campingplätze an, auf denen wir (möglichst) nichts bezahlen müssen. Viele dieser Campingplätze liegen entweder völlig abgelegen in idyllischster Natur oder in der Stadt ganz nahe am Meer. So haben wir bis jetzt fast jede Nacht kostenfrei, umgeben von Natur und Kiwis, verbracht. Duschen sind auf diesen Campingplätzen meistens nicht vorhanden, sodass wir alle zwei bis drei Tage eine kalte oder heiße Dusche ansteuern, je nachdem was in der Nähe zu finden ist. Zu Essen gibt es zum Frühstück jeden Tag Brot mit Aufstrich oder Müsli um eine ordentliche Basis für den Tag zu schaffen. Mittags halten wir uns mit Avocados und Brie auf Brot über Wasser. Abends kochen wir mit dem von Dennis gekauften Gaskocher. Dabei steht alles auf der Tagesordnung – Nudeln, Reis, Wraps, leider! wenig Fleisch, weil dies unglaublich teuer ist.

 

So, nun aber weiter mit unseren Erlebnissen. Nach unserem Abenteuer auf der schwarzen Düne ging es für uns in den Osten der Nordinsel, auf die Coromandel Halbinsel. Dies war für mich die erste von vielen Linksfahrproben. Bisher ging alles glatt und ich stand niemanden plötzlich gegenüber, weil ich die falsche Einfahrtsseite genommen habe. Zum Glück sitzt Dennis aber meistens vorne um mir im Notfall die richtige Seite zu zeigen. Es ist schon passiert! :D Aber ihm auch! :D Auf der Coromandel Halbinsel haben wir unsere erste Nacht auf einem Campingplatz ganz nah am Wasser verbracht – kostenlos! Am nächsten Tag absolvierten wir den Pinnacle Track, der uns hoch auf einen Berg führte, von dem man die ganze Halbinsel aus bewundern konnte. Für uns war es der erste Track mit den beiden zusammen und man darf sagen, dass sich unsere Lauftempi sehr ähneln. :) Nach 5 ½ Stunden purem Laufen, ging es dann über unsere erste Gravelroad (Kiesstraße) ganz in den Osten der Halbinsel. Das ist schon was besonders über unasphaltierte Straßen zu heizen und sich dabei wie in einem Computerspiel zu fühlen. Abends hatten wir allerdings einige Probleme einen kostengünstigen Schlafplatz zu finden. Zum Glück gab es Danny. Danny ist der Besitzer eines italienischen Lokals mit einer Weinerei, welche Wein- und andere Alkoholverkostungen anbietet. Wenn man vor Ort für 20$ gegessen hätte, dann hätte man dort kostenlos campen können. Obwohl die Küche eigentlich schon geschlossen hatte und somit der Deal geplatzt wäre, bot uns Danny aus purer Freundlichkeit einen Schlafplatz und einen Platz an seinem Tisch an. Nachdem wir allerlei hauptsächlich selbstgebrannten Schnaps (aufs Haus) verkosten durften und er uns einiges über seine 7 deutschen Ex-Freundinnen und die Feijoa Frucht erzählt hatte, befahl er der Küche doch noch zwei Pizzen für uns in den Ofen zu schieben, um uns nicht verhungern zu lassen. Die Pizzen waren super, der Schnaps war lecker und wir hatten eine super Zeit. Am Ende bekamen wir noch zwei Bier auf unseren Tisch gestellt. Wir und der mittlerweile beschwipste Danny waren glücklich die Bekanntschaft miteinander gemacht zu haben. Coole Type ey! :D Zum Dank kauften wir noch drei Feijoa-Likör-Flaschen (LECKER!) und machten uns auf den Weg zu unserem Schlafplatz.

 

 

Am nächsten Tag fuhren wir weiter südlich an der Ostküste entlang. Die Hot Water Beaches und Cathedral Cove waren unsere Ziele. Die Hot Water Beaches sind einfach nur klasse. Man muss sich das wie folgt vorstellen: Am Strand kurz vor dem Wasser kommt eine heiße Quelle hoch und mündet im Meer. Das bedeutet zweimal am Tag, wenn Ebbe ist, kann man sich Löcher in den Sand graben und in einer heißen Quelle sein Dasein fristen. Natürlich ist der Strand massig überlaufen, aber jeder hilft hier jedem und so entsteht ein gemütliches Miteinander, in welchem jeder seine Ruhe findet. Ein besonderes Highlight ist der Zeitpunkt, wenn die Flut wieder einsetzt und sich die heiße Quelle mit kaltem Meerwasser vermischt. Ähnlich wie ein Saunagang mit anschließender kalter Dusche - nur dass man die ganze Zeit in der Saune sitzt. :D Danach wanderten wir ein kurzes Stück in Richtung Cathedral Cove, von wo aus man einen fantastischen Blick aufs Meer und ein paar Inseln hatte. Hier kann man den wunderschönen Strand, der besser sein soll als in Thailand (laut eines deutschen Kiwis) und eine riesengroße Höhle im Gestein bewundern. Mit Avocadobroten in der Hand genossen wir die Atmosphäre und ließen wieder einmal die Seele baumeln. Am Ende des Tages fuhren wir noch nach Tauranga um dort einerseits ein schönes selbstgekochtes Abendessen zu genießen und eine Freundin von Tanja zu besuchen (an dieser Stelle liebe Grüße an Jenny). Zum Abendessen ist zu sagen, dass es in Neuseeland überall Barbequeplätze gibt, an denen man nur einen Knopf betätigen muss und mit einer heißen Metallplatte belohnt wird. Dankbar über so viel Erfindergeist machten wir uns hungrig über unsere Wraps her. Danach holten wir Jenny von ihrer Arbeit ab und fuhren ein kurzes Stück ans Meer um ein bisschen „Catching-up“ zu tätigen! :)